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12. März 2020

Küchentischgespräche | Vol. 3 | Anemone Zeim

KTG_Folge 3_Anemine_Teaser

Diesmal ist das Küchentischgespräch für mich auf eine besondere Weise bewegend. Diese Gespräche mit Menschen, die ich mag und über Themen, die für andere inspirierend sein und das eigene Handeln und Denken bereichern können, sind für mich immer besonders. Aber an diesem Tag sitze ich nicht am Küchentisch, sondern an einer alten Stalltür – oder der „Tür zum Reich der Toten“, wie Anemone Zeim sie nennt.

Dieser Begriff passt so gar nicht zu dem freundlichen und hellen Raum von Vergiss-Mein-Nie in Hamburg-Eimsbüttel, in dem ich von so viel Kreativität und schönen Dingen umgeben bin. Aber hier lebt eben auch das Trauermonster, das ich im Verlauf unseres Gesprächs noch etwas genauer kennenlernen werde. Denn Anemone ist Trauerbegleiterin und das Trauermonster ihre Erfindung.

Es sei eine Fehlannahme, sagt sie „mit Worten alles sagen zu können, was man fühlt.“ Und deshalb entwirft sie all diese schönen Dinge, die bei der Trauerarbeit helfen und so einen Weg zu den Emotionen legen sollen. Und sie hilft Trauernden, in ihrer Werkstatt selbst einen kreativen Umgang mit der Trauer zu finden; Erinnerungsstücke, um damit auch die eigene Trauer zu verarbeiten und etwas zu schaffen, das „den Weg frei machen kann, die Zukunft zu planen“.

Das Thema Trauer begleitet mich selber seit sehr vielen Jahren. Es gibt da einige Leerstellen in meinem Leben. Das Trauermonster oder den Erinnerungswald und den Herzbruch von Anemone’s Trauerlandkarte kenne ich ganz gut. Und deshalb ist dieses Küchentischgespräch  auch eine besondere und berührende kleine Reise. Wir haben u.a. darüber gesprochen, …

  • wie Anemone zu ihrer Idee für Vergiss-Mein-Nie gekommen ist
  • ob es die „richtige“ Trauer gibt und warum Kreativität dabei so hilfreich sein kann
  • dass es wenig Raum in unserer Gesellschaft für Trauer in all ihren Facetten gibt und wie wichtig es ist, auch gemeinsame Wege des Trauerns in der Gesellschaft zu finden
  • warum Anemone glaubt, dass in der Trauer auch die Zukunft liegt

„Wir können trauern“, sagt Anemone. Und doch ist es eben auch gut, wenn es Menschen wie sie gibt, die einen dabei begleiten.

Liebe Anemone: Ich danke Dir für die berührende Stunde mit Dir, Deine wundervollen Sätze, Dein heilsames Verständnis von Trauer und die wunderbare Arbeit, die Du machst!

Ich wünsche Euch eine ebenso schöne Stunde mit Anemone, wie ich sie hatte!
Und wer mehr über Vergiss-Mein-Nie erfahren möchte: http://vergiss-mein-nie.de/

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